Google reCAPTCHA: Vor- und Nachteile sowie DSGVO-Konformität

Google reCAPTCHA: Vor- und Nachteile sowie DSGVO-Konformität
Illustration © DigitalMDMA Florian Larsson

Für viele Webseitenbetreiber ist die Abwehr von Spam und bösartigen Bots eine der größten Herausforderungen. Eine gängige Lösung ist Google reCAPTCHA, das hilft, zwischen menschlichen Nutzern und automatisierten Programmen zu unterscheiden. Trotz seiner Effektivität und Popularität steht reCAPTCHA in der Kritik, insbesondere im Hinblick auf die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). In diesem Artikel beleuchten wir die Vorteile von Google reCAPTCHA und erläutern die Gründe, warum es gegen die DSGVO verstoßen könnte und daher problematisch im Einsatz ist.

Vorteile von Google reCAPTCHA

Google reCAPTCHA bietet mehrere Vorteile, die es zu einer beliebten Wahl für Webseitenbetreiber machen:

  1. Effektiver Schutz vor Bots: reCAPTCHA ist bekannt für seine Fähigkeit, effektiv zwischen menschlichen Nutzern und Bots zu unterscheiden, was das Risiko von Spam-Kommentaren, gefälschten Registrierungen und anderen bösartigen Aktivitäten erheblich reduziert​ (BlogVwant)​​ (Elegant Themes)​.
  2. Benutzerfreundlichkeit: Im Gegensatz zu älteren CAPTCHA-Systemen, die oft unleserliche Zeichenfolgen zur Eingabe erforderten, ist reCAPTCHA benutzerfreundlicher. Versionen wie reCAPTCHA v3 verlangen oft keine direkte Interaktion vom Nutzer, wodurch die Nutzererfahrung verbessert wird​ (Elegant Themes)​.
  3. Ständige Weiterentwicklung: Google investiert kontinuierlich in die Weiterentwicklung von reCAPTCHA, um neue Bedrohungen zu erkennen und abzuwehren, was den Schutz immer auf dem neuesten Stand hält​ (concircle)​.
  4. Einfache Integration: Die Implementierung von reCAPTCHA in eine Webseite ist relativ einfach und kann mit minimalem technischem Aufwand durchgeführt werden​ (Joomla! Extensions Directory™)​.

DSGVO-Problematik und Datenschutzbedenken

Trotz dieser Vorteile gibt es erhebliche Bedenken hinsichtlich der Konformität von Google reCAPTCHA mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die DSGVO, die seit Mai 2018 in Kraft ist, setzt strenge Maßstäbe für den Schutz personenbezogener Daten und deren Verarbeitung. Google reCAPTCHA kann in mehrfacher Hinsicht gegen diese Regelungen verstoßen:

  1. Erfassung und Verarbeitung personenbezogener Daten: Google reCAPTCHA sammelt eine Vielzahl von Daten über die Nutzer, einschließlich IP-Adressen, Mausbewegungen und Tastaturanschläge. Diese Daten werden an Google-Server übertragen und verarbeitet. Laut DSGVO muss jede Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten rechtmäßig und transparent erfolgen. Ohne eine explizite Einwilligung der Nutzer könnte dies einen Verstoß darstellen​ (eRecht24)​​ (Datenschutzexperte)​.
  2. Datenübermittlung in Drittländer: Die von reCAPTCHA gesammelten Daten werden in der Regel auf Servern in den USA gespeichert und verarbeitet. Dies stellt ein Problem dar, da die USA nicht als sicheres Drittland im Sinne der DSGVO gelten. Es müssen daher besondere Maßnahmen ergriffen werden, um den Schutz der Daten zu gewährleisten, was oft nicht gegeben ist​ (eRecht24)​​ (Frame for Business)​.
  3. Fehlende Informiertheit der Nutzer: Die DSGVO verlangt, dass Nutzer umfassend über die Art und den Zweck der Datenerhebung informiert werden. Viele Webseitenbetreiber informieren ihre Nutzer jedoch nicht ausreichend darüber, dass und welche Daten durch reCAPTCHA gesammelt und verarbeitet werden​ (Website-Check)​​ (Dr. Datenschutz)​.
  4. Einwilligung und Opt-Out-Möglichkeiten: Gemäß DSGVO muss die Einwilligung zur Datenerhebung freiwillig, spezifisch, informiert und unmissverständlich sein. Die Nutzung von reCAPTCHA ohne die Möglichkeit eines Opt-Out oder ohne klare Einwilligung kann daher rechtlich problematisch sein​ (HostPress)​​ (Keyed)​.

Fazit und Handlungsaufforderung

Google reCAPTCHA bietet einen wirksamen Schutz vor Spam und bösartigen Bots und verbessert die Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit von Webseiten. Dennoch stehen seine Datenschutzpraktiken im Konflikt mit den Anforderungen der DSGVO. Webseitenbetreiber sollten daher sorgfältig abwägen, ob sie reCAPTCHA einsetzen und gegebenenfalls alternative Lösungen in Betracht ziehen, die den Anforderungen der DSGVO entsprechen. Zu diesen Alternativen gehören etwa datenschutzfreundlichere CAPTCHA-Systeme oder die Einbindung von Sicherheitsmaßnahmen, die keine personenbezogenen Daten erheben​ (HostPress)​​ (easyRechtssicher)​​ (Datenschutzexperte)​.

DigitalMDMA verzichtet auf den Einsatz von Google reCAPTCHA und entwickelt eine eigene Lösung.

Quellenangaben

  1. eRecht24: Ist Google reCAPTCHA DSGVO-konform?
  2. Website-Check: Google reCAPTCHA DSGVO – konform?
  3. HostPress: reCaptcha oder Friendly Captcha: die DSGVO-konforme Alternative
  4. EasyRechtssicher: reCAPTCHA DSGVO: Rechtssicher in 2022
  5. Dr-Datenschutz: Google reCaptcha und der Datenschutz
  6. Datenschutzexperte: ReCaptcha: Datenschutz & DSGVO
  7. Frame for Business: Google reCAPTCHA I DSGVO Alternativen
  8. Onlinehändler-News: Googles Captcha-Dienst DSGVO-konform auf Website verwenden – So geht’s!
  9. Keyed: Google reCAPTCHA DSGVO | Aktuelle Rechtslage im Datenschutz
  10. Netigo: Friendly Captcha: Die datenschutzfreundliche Alternative zu Google reCaptcha
Dieser Artikel wurde geschrieben von Florian
Florian begeistert sich für alles, was mit IT, Design, Automatisierung oder KI zu tun hat. Als Inhaber von DigitalMDMA berät er Unternehmen, aber auch Vereine zu modernen, effizienten und automatisierten Lösungen, die Zeit und Nerven sparen.

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